Landesbehindertenbeauftragter Matthias Rösch zu Besuch im Eifelkreis

Kreisverwaltung vorbildlich bei Integration behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt

Foto: Matthias Rösch beim Besuch im Eifelkreis.

Landesbeauftragter Matthias Rösch (3. v. li.) hat sich in der Kreisverwaltung über die Beschäftigung behinderter Menschen informiert. Ihn begleiteten (v. li.) Personalratsvorsitzende Birgit Heck, ZsL-Leiterin Edith Bartelmes, Landrat Dr. Joachim Streit, Behindertenbeauftragter Jörg Antoine, Hausmeister Horst Galter und Timo Göbel.

 

Im Rahmen seiner Sommerreise hat der Landesbehindertenbeauftragte Matthias Rösch den Eifelkreis Bitburg-Prüm besucht und sich über die Möglichkeiten des Budgets für Arbeit für Menschen mit Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt informiert.

Das Budget für Arbeit ist eine Geldleistung, mit der Menschen mit Behinderung, die im Arbeitsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt sind oder eine Empfehlung für eine Werkstattaufnahme haben, der Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt erleichtert werden soll. Die Überleitung in ein Budget für Arbeit ist freiwillig und unabhängig vom Vermögen des Menschen mit Behinderung. Die Rückkehr in die Werkstatt bei einem Scheitern des Arbeitsverhältnisses auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ist sichergestellt.

Mit Blick auf das neue Bundesteilhabegesetz wird das Budget für Arbeit ab 2018 bundesweit eingeführt. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm hat seit 2006 mit der Teilnahme an einem entsprechenden Modellprojekt des Landes Rheinland-Pfalz langjährige positive Erfahrungen gemacht und konnte bereits mehr als 20 Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt begleiten.

An der Umsetzung ist das Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZsL), Regionalstelle Bitburg als Kooperationspartner der Kreisverwaltung, und in Zusammenarbeit mit den Akteuren der Eingliederungshilfe und Teilhabe am Arbeitsleben, maßgeblich beteiligt. In den Gebäuden des ZsL in der Alten Kaserne in Bitburg konnte Matthias Rösch sich von der erfolgreichen Umsetzung des Budgets für Arbeit überzeugen. In einer wissenschaftlichen Studie hat die Leiterin des Sozialamtes, Monika Schuster die Gelingensfaktoren für den erfolgreichen Übergang von Menschen mit Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt untersucht. Sie konnte belegen, dass der Erfolg des Budgets für Arbeit im Eifelkreis vor allem durch die positive Zusammenarbeit aller Beteiligten begründet ist. Matthias Rösch zeigte sich beeindruckt von den Möglichkeiten für das Arbeitsleben von Menschen mit Behinderungen im Eifelkreis Bitburg-Prüm.

Ein Beispiel dafür, dass die Kreisverwaltung eine beispielhafte Vorreiterrolle bei der Integration behinderter Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt einnimmt, ist der 25-jährige Timo Göbel, der seit Ende 2012 hier beschäftigt ist. Nach einer gezielten Beratung und Förderung absolvierte er bei der Kreisverwaltung ein Praktikum; heute bezahlt der Arbeitgeber 30 Prozent seines Gehalts, 70 Prozent finanziert das Sozialamt. Bisher sind es vor allem öffentliche Arbeitgeber, die Menschen mit Behinderungen einstellen, oder kleine Firmen. Denn geistig Behinderte brauchen eine familiäre Atmosphäre und eine Bezugsperson. "Die Bezugsperson vor Ort ist ganz wichtig - ein Begleiter, Betreuer, Unterstützer, nicht nur für die Arbeitsabläufe, sondern auch für die alltäglichen, kleinen, sozialen Belange, die vielleicht noch nebenher mitlaufen", so Sozialamtsleiterin Monika Schuster. Timo Göbels Bezugsperson ist Hausmeister Horst Galter, der immer für ihn da ist, wenn er ihn braucht. "Timo ist hier im Haus beliebt, bei allen Kolleginnen und Kollegen wirklich anerkannt und gehört einfach mit zum Team dazu. Er ist wirklich eine Bereicherung für die Kreisverwaltung", so Horst Galter.

Landesbehindertenbeauftragter Matthias Rösch wies darauf hin: "Wenn Betriebe mindestens 20 Mitarbeiter haben, müssen sie 5 Prozent ihrer Arbeitsplätze mit Menschen mit Behinderung besetzen." Wer das nicht mache, müsse eine Strafe bezahlen - eine sogenannte Ausgleichsabgabe. "Leider wird die Quote insgesamt nicht erfüllt und wir haben über 1.700 Betriebe in Rheinland-Pfalz, die, obwohl sie beschäftigungspflichtig sind, also über 20 Mitarbeiter haben, überhaupt keinen Menschen mit Behinderung beschäftigen. Und der Weg, eine Ausgleichsabgabe zu zahlen, ist mir da leider zu einfach", so Rösch.

In Bitburg hingegen werden vielerorts Barrieren abgebaut, der Kreis geht mit gutem Beispiel voran: 9 Prozent seiner Mitarbeiter sind Menschen mit Behinderungen. "Doch es bleibt noch viel zu tun, damit noch mehr Menschen mit Behinderungen ihren Weg in die Arbeitswelt finden", so der Landesbehindertenbeauftragte. 

Edith Bartelmes, Leiterin der ZsL Regionalstelle in Bitburg, begleitete den Landesbeauftragten Matthias Rösch zudem an weitere Arbeitsplätze im Kreis. Hierbei war es ihm möglich, sich vor Ort im unmittelbaren Kontakt mit den Budgetnehmern und den Arbeitgebern zu informieren. Das positive Fazit der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer mit Behinderung sowie von Matthias Rösch war: „Das persönliche Budget ist eine Investition in die Zukunft behinderter Menschen, die sich für alle lohnt“.

ZsL Bitburg / Prüm feiert Inklusion

Information zur Eingliederung behinderter Menschen

(Bitburg) Bitburg (red) Die Regionalstelle Bitburg-Prüm des Zentrums für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZsL) feiert die erfolgreiche Inklusion behinderter Menschen. Unter dem Titel "Das persönliche Budget und Budget für Arbeit: Garanten für eine nachhaltige Inklusion behinderter Menschen im Eifelkreis Bitburg-Prüm" informieren Fachleute am Montag, 19. Juni, um 14 Uhr in der ZsL Regionalstelle Bitburg-Prüm (Maria-Kundenreich-Straße 4 in Bitburg) darüber, wie behinderte Menschen erfolgreich integriert werden können.
Durch das persönliche Budget und das Budget für Arbeit gelang es laut Veranstalter im Eifelkreis Bitburg-Prüm in vorbildlicher Weise, Menschen mit Behinderungen nachhaltig am Arbeitsmarkt und am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen. Das persönliche Budget sind Geldbeträge, die behinderte Menschen erhalten, um sich Unterstützung für ein selbstbestimmtes Leben einzukaufen. Beim Budget für Arbeit handelt es sich um einen Lohnkostenausgleich. Die gute Zusammenarbeit und Umsetzung aller beteiligten Institutionen führe zunehmend als positives Beispiel zu bundesweiten Einladungen, sagt Edith Bartelmes von der ZsL Regionalstelle Bitburg-Prüm.
Die Regionalstelle veranstaltet eine Feier mit Menschen, die dieses Budget angenommen haben und über ihre Erfahrungen berichten. Außerdem nehmen zahlreiche politische Vertreter sowie Vertreter der Agentur für Arbeit an der Feier teil. Monika Schuster, Abteilungsleiterin des Sozialamtes des Eifelkreises Bitburg-Prüm, wird über ihre Untersuchungen zu "Gelingensfaktoren für ein erfolgreiches Budget für Arbeit aus Sicht der Akteure" berichten und Birgit Heck die praktische Umsetzung persönlicher Budgets im Eifelkreis erläutern.
Im Anschluss findet ein Interview mit Budgetnehmern statt, die bereits vielen anderen Betroffenen Mut gemacht haben und es auch weiterhin tun möchten. Außerdem werden Menschen, die erfolgreich durch die Maßnahme der "Unterstützten Beschäftigung/Individuelle betriebliche Qualifizierung" des ZsL in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden konnten, ihre Qualifizierungszertifikate überreicht.
Anmeldung bis Mittwoch, 14. Juni, per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 06561/6943147.

Der folgende Artikel beschreibt die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem ZsL Mainz, Regionalstelle Bitbrug / Prüm und den St. Bernhardswerkstätten der Barmherzigen Brüder, Schönfelderhof in Bezug auf die Schaffung individueller Angebote zur Teilhabe am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft für behinderte Menschen mit Hilfe von Persönlichen Budgets.

Nachfolgend finden Sie einen Link zum Download des Artikels: Kooperation.

 

Folgender Artikel aus dem Trierischen Volksfreund (31.01.2017) beschreibt unseren Umzug auf das Kasernengelände in der Maria-Kundenreich-Straße 4 in Bitburg: Artikel zum Umzug.

Erfolgreiche Qualifizierung für den allgemeinen Arbeitsmarkt

Bitburg (kobinet) Vor zahlreichen Gästen fand vor kurzem die Überreichung der Qualifizierungsnachweise an junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf in Bitburg statt. Die Absolventen durchliefen erfolgreich eine ambulante und individuell auf ihre Kompetenzen abgestimmte berufliche Qualifizierung und konnten im weiteren Verlauf durch das Zentrum für selbstbestimmtes Leben Bitburg-Prüm in reguläre Arbeitsverhältnisse am allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden.

Der rheinland-pfälzische Landesbehindertenbeauftragte Ottmar Miles–Paul wies in seiner Ansprache darauf hin, dass das Zentrum für selbstbestimmtes Leben Mainz e. V. mit seiner Regionalstelle Bitburg-Prüm als Interessenvertretung von Menschen mit Behinderung das Ziel der Inklusion verfolgt. Gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention soll jeder Mensch unabhängig von seinen Fähigkeiten als Individuum angenommen werden und an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens teilhaben können. Dies sei hier in Bitburg nachweislich gelungen.

Im Zentrum der Arbeit des ZsL in Bitburg stehe die Inklusion, also die umfassende Teilhabe behinderter Menschen in allen Lebensbereichen wie Wohnen, Arbeit, Bildung, Freizeit und Kultur. Die Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, Wohnen und Leben mitten in der Gemeinde und gemeinsame Freizeitaktivitäten im regulären Sport- und Musikverein oder in der Kirchengemeinde vor Ort sollen nach Ansicht des Landesbehindertenbeauftragten Normalität werden.

Edith Bartelmes, Regionalstellenleiterin des ZsL Bitburg-Prüm sprach die Absolventen in ihrer Rede mit den Worten von Udo Lindenberg an: "Und ich mach mein Ding, egal was die anderen sagen, ich geh meinen Weg". Die Absolventen haben bewiesen, dass sie alle ihren ganz eigenen Weg gegangen sind, manches Mal gegen Schwierigkeiten und auch mit sich selbst kämpfen mussten und sich trotzdem nicht entmutigen ließen, so Edith Bartelmes. Sie merkte weiterhin an, dass die Entscheidungsfreiheit bezüglich des Arbeitsplatzes vor allem durch das Instrument des persönlichen Budgets möglich wurde und die erfolgreichen Absolventen dies zur Verwirklichung ihrer beruflichen Wünsche für sich genutzt haben.

Hier zeigte Edith Bartelmes besonders die Unterstützungsleistungen zur Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt, der Agentur für Arbeit auf: die "Individuelle betriebliche Qualifizierung" analog der "Unterstützten Beschäftigung", sowie auf das "Budget für Arbeit" des Landes Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit der kommunalen Eingliederungshilfe des Eifelkreises Bitburg-Prüm.

Herr Lentes, 2. Beigeordneter des Eifelkreises Bitburg-Prüm in Vertretung für Landrat Dr. Joachim Streit, erwähnte in seiner Rede, dass es ganz besonders wichtig sei, gute Partner zu haben. Hier sei es dem ZsL in der Region gelungen, ein gutes Netzwerk aufzubauen und ein verlässlicher Partner für Menschen mit Behinderungen, Arbeitgeber, die Arbeitsagentur und den Eifelkreis zu sein. Besonders hervorzuheben sei dabei das Engagement und die gute Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit, die die individuelle betriebliche Qualifizierung im Rahmen des persönlichen Budgets ermöglicht und unterstützt. Das ZsL Bitburg hat mit dem Projekt Jobbudget zunächst als Teil eines bundesweiten Modellprojektes im Eifelkreis Menschen mit Behinderungen den Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglicht. Um neue Wege zu gehen, benötigt man einerseits Menschen mit Behinderungen, die sich trauen, andererseits auch Arbeitgeber, die den Menschen mit Behinderungen etwas zutrauen. Um dies zu koordinieren ist ein Anbieter, der für beide Seiten als Ansprechpartner fungiert und vor allen Dingen die Menschen qualifiziert, erforderlich.

Mit Hilfe des ZsL in Bitburg werden Praktika und schließlich Dauerarbeitsplätze in Betrieben gesucht und begleitet, die schrittweise Qualifizierung am Arbeitsplatz und die intensive Arbeitsbegleitung sind der Schlüssel zum Erfolg.

Herr Wagner, Reha-Teameiter der Agentur für Arbeit gratulierte ebenfalls den qualifizierten jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und wies ausdrücklich auf die gute Zusammenarbeit zwischen der Agentur für Arbeit, deren Reha-Beraterinnen und Berater, den Budgetnehmern und dem Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen Bitburg-Prüm hin, die für solche erfolgreichen Verläufe eines Qualifizierungsangebotes wichtig seien.

Die Überreichung der Qualifizierungszertifikate durch Herrn Miles-Paul, Herrn Wagner und Vertreterinnen und Vertreter der Agentur für Arbeit und Frau Schuster sowie Mitarbeiterinnen der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm wurde von den erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen als besondere Anerkennung mit Freude und berechtigtem Stolz angenommen. Abschließend erklärte Edith Bartelmes, "Ich bin sicher, dass diese erfolgreichen jungen Menschen die heute ihre Qualifizierungsnachweise erhalten, vielen Leuten Mut machen, neue und selbstbestimmte Wege zu gehen, um sich ihr Leben nach ihren Wünschen zu gestalten.“

cm

 

Den Link zum gleichen Artikel in den kobinet-Nachrichten vom 14.10.2012 finden Sie hier:
Link zum Artikel auf Kobinet


Ein Beispiel zu gelungener Inklusion...

...auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt durch das ZsL in Bitburg/Prüm zeigt der folgende Film, in dem das "Budget für Arbeit" zum Zuge kommt. Klicken Sie nach dem Aufrufen des nachstehenden Links auf den Beitrag "Budget für Arbeit" oben rechts im Hauptfenster der sich öffnenden Seite von SAT 1.

Link zum TV-Beitrag von SAT 1 zum Budget für Arbeit

 

Zwei weitere Beispiele für eine gelungene Arbeitsmarktintegration...

...behinderter Menschen finden Sie im folgenden. Ina Leyendecker und Ugur Toprak sind dabei die beiden AkteurInnen, die von den MitarbeiterInnen der Regionalstelle Bitburg/Prüm in Arbeit vermittelt werden konnten, und die neben 5 weiteren DarstellerInnen im Film "Jetzt komme ich!" zu sehen sind. Hier geht es zum Film "Jetzt komme ich!". Frau Leyendecker ist dabei im vierten Film zu sehen, Herr Toprak im siebten Film.