Bildung

1. Wie soll Ihrer Meinung nach die Schule 2030 aussehen?

Irene Alt

Eine inklusive Schule für alle Menschen, unabhängig von Behinderung, Herkunft, etc. Die Kinder sollen möglichst gemeinsam lange lernen, z.B. könnte eine Differenzierung erst nach der 6. Klasse erfolgen, dann sind die Kinder älter und man kann den weiteren Werdegang besser abschätzen.

Alle Schüler sollen unter einem Dach unterrichtet werden – in Form der Binnendifferenzierung, ähnlich wie bei integrierten Gesamtschulen, Diskriminierung und Stigmatisierung werden damit verringert. Ziel: gleiche Chancen für alle herstellen.

Dorothea Schäfer

Bevorzugt individuelle Förderung, eine entsprechende Umsetzung ist mit dem vorhandenen Schulgesetz umzusetzen.

Kinder mit verschiedenen Anforderungen und aus unterschiedlichen Situationen sollen alle bestmöglich gefördert werden. Lernen soll aber auch Spaß machen.

Die Rahmenbedingungen zur Umsetzung von Inklusion müssen geschaffen werden, z.B. muss die Lehrerausbildung erweitert werden, die Schulen benötigen weiteres Personal und zusätzliche Räume. Fazit: Inklusion ja, aber auch erst mal die Förderschulen erhalten.

Bildung braucht ausreichend finanzielle Mittel.

Salvatore Barbaro

Sieht die Schule zukünftig nicht als einen Ort wo nach Altersklassen eingeteilt wird, sondern als einen Bildungsraum für unterschiedliche Altersstufen, also auch Erwachsene. Das bedeutet auch keinen Unterschied zwischen wie Kita und Schule zu machen. Die Bildungsorte müssen hell und bunt sein und benötigen ein breites Angebot zur Deckung der unterschiedlichen Bedarfe je nach Alter.

Er kann sich vorstellen auch das Umfeld in das Lernen einzubeziehen, z.B. die Eltern, Handwerksbetriebe, den Mittelstand. Angebote wie Schulgärten und Schulküchen müssen konstant vorgehalten werden, damit die Kinder frühzeitig lebenspraktische Fähigkeiten, wie Kochen, erlernen.

Moritz Mergen

Hat in der Schule die Einführung digitaler Techniken noch miterlebt. Das war spannend den Einsatz der neuen Technik zu sehen, aber die Ressourcen wurden damals und auch heute noch nicht ausgeschöpft, weil einige Lehrkräfte noch nicht gut mit den neuen Techniken umgehen können.

Aber, die Technik an Schulen muss digital werden. Schulen müssen die Entwicklung mitgehen, dafür benötigen die Lehrer ausreichend Fortbildungen. Dafür müssen seitens der Schulen die Freiräume geschaffen werden. Der Landkreis muss dies auch beim Land einfordern

Digitalisierung und Inklusion müssen Schwerpunkte heutzutage in der Fortbildung sein.

2. Wie wollen Sie das lebenslange Lernen allen Bürger*innen ermöglichen?

Irene Alt

Das ist ein wichtiges Thema für alle Bürgerinnen und Bürger, denn egal wie alt man ist, man lernt immer noch dazu.

Frau Alt nimmt den Landkreis Mainz-Bingen als Bildungslandkreis wahr.

Eine große Rolle spielen die verschiedenen Bildungseinrichtungen. Diese müssen ihre Angebote noch stärker an den Bedarfen der unterschiedlichen Zielgruppen ausrichten. Weiterbildung muss mitten in der Stadt, Bürgernah vorgehalten werden.

Dann ist es ein Standortvorteil für die politische Stadtentwicklung.

Wir müssen schauen, welche Gemeinden hierfür noch Unterstützung brauchen, denn Bildung braucht ansprechende Räume

Dorothea Schäfer

Lebenslanges Lernen ist wichtig, doch ältere Menschen fühlen sich zum Teil abgehängt. Damit sie bzw. alle Bürgerinnen und Bürger mithalten können, auch über die Schule hinaus, müssen zusätzliche erreichbare Möglichkeiten geschaffen werden. Berufliche Weiterbildung wird nach Selbsteinschätzung genutzt.

Insgesamt ist die Kreisvolkshochschule gut aufgestellt, auch wenn derzeit der Schwerpunkt bei der Durchführung von Sprachkursen liegt.

Die Kreisvolkshochschule braucht weitere Unterstützung, um neue Angebote zu erstellen. Die Kreisvolkshochschule sollte ihre Öffentlichkeitsarbeit verstärken, um noch besser neue Zielgruppen zu erreichen.

Der Landkreis Mainz-Bingen muss dafür auch weiterhin finanzielle Mittel bereit stellen.

Salvatore Barbaro

Lebenslanges Lernen steht prinzipiell allen Bürgerinnen und Bürgern offen und ist für alle möglich.

Auch wenn die Barrierefreiheit nur zum Teil erfüllt ist. Im Einzelfall können Räume aber kurzfristig getauscht werden (bei Angeboten der Kreisvolkshochschule).

Bildung erfährt nach der Schule und Ausbildung meist eine Unterbrechung, z.B. durch die Familienphase. Sie ist ein schwieriger Zeitpunkt für das Thema Lernen. Die Ansprüche an die Menschen sind sehr hoch, sie sich zu engagieren, für die Familie da sein etc..

Es müssen Wege gefunden werden zur stärkeren Motivation Bildungsangebote zu nutzen. Dabei müssen Wege zum Wiedereinstieg ermöglicht werden – Ansprache der Zielgruppen muss gelingen.  Da spielen auch Vereine eine große Rolle, es gibt eine gesunde Vereinsstruktur. Die Vereinsstruktur sehr offen für alle Bürgerinnen und Bürger. Viele Vereine haben Interesse sich darüber hinaus zu öffnen.

Moritz Mergen

Weiterbildung hat das Problem des Preiskampfes, die Personalkosten sind dabei der Hauptfaktor. Die Kreisvolkshochschule muss es schaffen, Weiterbildungsstrukturen zu öffnen für Bürger/innen, dass diese auch als Dozent/innen eingesetzt werden können. Diese müssen vor dem Einsatz geschult werden, z.B. in Didaktik.

3. Ist unser Bildungssystem den Herausforderungen der vielfältigen Bevölkerung gewachsen?

Irene Alt

Unser Bildungssystem hat Angebot vom Kindergarten, über Schule bis lebenslanges Lernen. Die Systeme sind zum Teil unterschiedliche aufgestellt, das Fachpersonal ist dafür in der Regel gut qualifiziert.

In der Schule ist die Herausforderung größer, z.B. Schwerpunktschulen brauchen genügend Förderpädagogen. Flüchtlingskinder haben große Probleme in der Schule, aufgrund fehlender Sprachkenntnisse.

Der Landkreis Mainz-Bingen muss prüfen, wie er da unterstützten kann. Schulen haben unterschiedliche Bedarfe, das muss ebenfalls berücksichtigt werden.

Dorothea Schäfer

Das derzeitige Bildungssystem ist den Anforderungen nicht gewachsen.

Die Herausforderung ist an den Berufsbildenden Schule besonders groß, da neue Zielgruppen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen hinzugekommen sind.

Schulen stehen außerdem vor der Herausforderung, dass die Sprachkenntnisse bei geflüchteten Schülerinnen und Schülern nicht ausreichen, außerdem kommen neue Schüler sehr kurzfristig in die Klassen.

Es müssen Maßnahmen gegen Mobbing erarbeitet werden. Schülerinnen und Schüler, die aus der Mehrheit herausstechen, sind oft Opfer von Mobbing, dafür

braucht es ein Konzept.

Um insgesamt die Herausforderungen zu mildern, kann der Landkreis Mainz-Bingen jetzt schon begrenzt unterstützen, z.B. durch Intensivierung der Sprachkurse und der Schulsozialarbeit.

Salvatore Barbaro

Unser Bildungssystem ist jetzt schon gut und wir sind auf dem Weg, es noch weiter zu verbessern.
Aber, wir haben es noch nicht geschafft, dass alle Hochschulen Englisch als Lehrsprache verwenden.

Moritz Mergen

Die Vielfalt des Bildungssystems ist gut und groß. Viele Schulen nehmen ihr Leitbild sehr ernst, das sollten noch mehr Schulen machen.
Es ist für alle Bürgerinnen und Bürger ein passendes Angebot vorhanden.

Doch der Einstieg in das System ist falsch, Eltern sollten kein Geld erhalten, wenn sie ihre Kinder nicht in die Kita bringen.

Der Personalschlüssel an den Schulen ist zu gering.
Die Herausforderung an den Schulen, aufgrund der unterschiedlichen Schülerinnen und Schüler ist groß, eine Trennung nach den verschiedenen Schülergruppen sollte trotzdem nicht erfolgen. Es sollten nicht nur Lehrer an den Schulen eingesetzt werden, sondern auch Sozialpädagogen etc.. Eine breite Herangehensweise ist wichtig.

Die Förderschulen müssen erhalten bleiben, es darf keine Vorschriften geben, welche Schule zu besuchen ist.

Die Durchlässigkeit der Schulen ist ebenfalls ein wichtiger Gelingens Faktor.