Senioren

1. Welche Möglichkeiten sehen Sie auf der Ebene des Landkreises, bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum für Seniorinnen und Senioren zu schaffen?

Irene Alt

Eine gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis wäre gut. Viele Gemeinden haben diesbezüglich auch schon Interesse angemeldet. Viele verschiedene Gruppen in der Bevölkerung sind auf bezahlbaren, barrierefreien Wohnraum angewiesen. Optimal wäre es, wenn auch Wohnraum für Mehrgenerationenwohnen und gemeinschaftliche Wohnformen geschaffen würde.

Dorothea Schäfer

Schneller als mit der zur Zeit diskutierten Kreiswohnungsbaugesellschaft könnte Wohnraum mit speziellen Förderprogrammen geschaffen werden. Um den benötigten Wohnraum zu schaffen, sollte in der Kreisverwaltung eine entsprechende Stelle eingerichtet werden, die die VGen und die Ortsgemeinden unterstützt. Die Kommunen wissen nämlich, wo entsprechender Wohnraum fehlt. Ein Beispiel dafür ist die Unterstützung der VG Sprendlingen/Gensingen durch das Demografie-Förderprogramm des Kreises bei der Planung zur Schaffung von bedarfsgerechtem Wohnen.

Salvatore Barbaro

Wir brauchen mehr Wohnungen, insbesondere barrierefreien Wohnraum. Der Landkreis muss gemeinsam mit den Ortsgemeinden den notwendigen Wohnraum schaffen. Allein wären die Ortsgemeinden damit in vielen Fällen überfordert. Die beste Lösung wäre eine gemeinnützige Kreiswohnungs-baugesellschaft. Diese wäre privaten Baugesellschaften vorzuziehen, da diese eher an entsprechende Profite denken.

Moritz Mergen

Eine gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis wäre zu begrüßen. Barrierefreier Wohnraum wird im Landkreis dringend benötigt, da immer mehr ältere Menschen auf das Land ziehen. Die Schaffung von Wohnraum kann nicht nur Privaten überlassen werden. Die so entstehenden Preiskämpfe könnten viele Seniorinnen und Senioren nicht durchstehen.

2. Welche Möglichkeiten sehen Sie, die Mobilität von Seniorinnen und Senioren auch im ländlichen Bereich des Landkreises sicherzustellen?

Irene Alt

Der ÖPNV muss ausgeweitet werden. In den Verkehrsmitteln und an den Haltestellen muss Barrierefreiheit geschaffen werden. Ergänzend ist an einen verstärkten Einsatz von Bürgerbussen zu denken.

Dorothea Schäfer

Der Verkehrsplan muss weiter entwickelt werden. Bushaltestellen sind barrierefrei zu gestalten.

Senioren brauchen Unterstützung, wenn sie gefahren werden müssen. Ehrenamtliche Unterstützung, zum Beispiel wenn ältere Menschen gefahren werden müssen, leisten oft ehrenamtlich tätige Personen. Sie brauchen unsere Unterstützung. Außerdem müssen weitere Bürgerbusse gefördert werden.

Moritz Mergen

Es gibt verschiedene Konzepte wie z.B. Bürgerbusse oder Kommunen, die sich zu gemeinsamen Aktionen zusammenfinden. Bürgerbusse sind allerdings kein Modell für die Zukunft, denn irgendwann stehen altersbedingt weniger Menschen als Fahrer zur Verfügung. Besser sind Konzepte wie Wegeteilung oder Carsharing.

Salvatore Barbaro

2019 werden neue Konzessionen für die Buslinien erteilt. Noch in diesem Jahr werden kreisbezogene Buskonzepte entwickelt. Vor der Erteilung von Konzessionen, ist ein Beteiligungskonzept mit den Ortsgemeinden mit entsprechender Bürgerbeteiligung zu entwickeln. Entscheidend dabei ist eine gute Vertaktung der Buslinien mit den Eisenbahnhaltestellen.

3. Wie kann die Kreisverwaltung die Kommunen bei der Schaffung der notwendigen Infrastruktur zur Gestaltung der demografischen Entwicklung unterstützen?

Irene Alt

Die Bürgermeister müssen über das Thema informiert werden. Wichtig ist, dass bereits jetzt schon Demografie - Fördermittel eingesetzt werden. Über das Thema sollte die Bevölkerung, z.B. auch mit Wanderausstellungen, informiert werden. Der Seniorenbeirat des Landkreises ist ein wichtiger Ideengeber für den Landkreis.

Dorothea Schäfer

Man muss sich im ständigen Gespräch mit den Beteiligten befinden. Menschen im ländlichen Raum müssen durch entsprechende Hilfen versorgt werden. Ich setze mich dafür ein, dass in einzelnen Regionen eine „Gemeindeschwester“ eingesetzt werden kann.

Salvatore Barbaro

Wichtig ist die Frage der Nahversorgung. Wenn Ortskerne verrotten, wird auch die ortseigene Nahversorgung zerstört. Auch wenn etwas nicht wirtschaftlich ist, kann es für die innerörtliche Infrastruktur durchaus wichtig sein. Deshalb gilt auch hier, dass eine Kreiswohnungsbaugesellschaft wichtig ist. Grundsätzlich gilt, dass Einzelhandelsmöglichkeiten erhalten bleiben müssen und das Verkehrskonzepte mit der innerstädtischen Bebauung abzustimmen sind.

Moritz Mergen

Wichtig ist, dass zu treffende Maßnahmen tragen. Es müssen Strukturen vom Landkreis, gemeinsam mit den Kommunen, geschaffen werden. Ein Beispiel ist das Konzept der Dorfläden.

Wichtig ist auch die Bildung der Seniorinnen und Senioren. Entsprechende Angebote sind von der VHS zu schaffen. Nur durch Bildung können eigene Fähigkeiten älterer Menschen entwickelt werden.